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Grenzflächen und Nanoeffekt Die Wechselwirkung zwischen Festkörpern und ihrer Umgebung laufen nahezu ausschließlich über ihre Grenzschichten ab. Das gilt auch für biologische Systeme, also die Interaktion zwischen lebendem Organismus und seiner Umwelt. Biologische Oberflächen sind in Millionen Jahren der Evolution entstandene, optimierte, multifunktionale Systeme. Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel die mechanische Stabilität, die Thermoregulation und die Kontrolle des Stoffaustausches. Als eine der am weitesten entwickelten Pflanzen hat sich dabei die Lotuspflanze oder auch Lotusblume genannt in der Forschung einen namen gemacht. Die Lotuspflanze lässt sich am besten mit den bei uns beheimateten Seerosen vergleichen und wird auch von der Mehrzahl der Experten zur Gattung der Seerosengewächse gerechnet. Sie ist in den warmen Gebieten Asiens und Australiens, sowie in Nordamerika beheimatet, war aber früher auch im mediterranen Raum verbreitet, wo sie jedoch ausgerottet wurde. Am bekanntesten ist die Indische Lotuspflanze (Nelumbo nucifera), deren etwa haselnussgroße Früchte, sowie deren Wurzelstock genießbar sind. Der Lotuspflanze wird hauptsächlich im asiatischen Raum große Bedeutung beigemessen. Sie erhielt vor allem im Hinduismus und im Buddhismus, sowie in den Kulturen Indiens, Ostasiens und auch Alt-Ägyptens einen hohen Symbolcharakter. Sie gilt hauptsächlich als Synonym für Reinheit und bekommt als Sinnbild für Regeneration bei Opfern und Bestattungen vor allem im Buddhismus rituelle Bedeutung. In jedem Buddhatempel ist eine Lotuspflanze zu finden, und die Chakren, die Bewusstseinsebenen des Menschen, werden in Form einer Lotusblume visualisiert. Dies lässt sich vor allem auf das Erscheinungsbild der Wasserpflanze zurückführen. Ihre großen schildförmigen Schwimmblätter, welche majestätisch von langstieligen 35 Zentimeter großen, rosa oder weißen, gefächerten Blütenblättern gekrönt werden, bleiben immer sauber. Erst vor wenigen Jahren wurde von Prof. Wilhelm Barthlott die verantwortliche Oberflächenstruktur entdeckt, was auch das außerordentlich effektive Abweisen von Schmutzpartikeln erklärt. Bei der Lotuspflanze hat die Natur einen effizienten Selbstreinigungseffekt hervorgebracht, welcher kaum zu überbieten ist.
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